Verkehrssicherungspflicht: „Schneearme“ Dächer müssen nicht gesichert werden

Ein Autofahrer aus Duisburg hatte seinen Wagen auf dem Parkplatz vor seiner Wohnung abgestellt. Da reichlich Schnee gefallen war, löste sich eine Lawine vom Dach des Mietshauses und beschädigte seinen Pkw. Der Autobesitzer verlangte daraufhin Schadenersatz vom Vermieter, da dieser das Dach nicht mit Schneefanggittern gesichert oder den Parkplatz gesperrt habe. Das gehe jedoch für Hausbesitzer in schneearmen Gebieten zu weit, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf. Denn einerseits waren auch für den Autofahrer die winterlichen Verhältnisse offenkundig. So konnte das Dach vom Parkplatz aus eingesehen werden, und bei der gebotenen Aufmerksamkeit hätte sich der Mann der Gefahr eines Schneeabganges entziehen können. Andererseits wäre durch eine Warnbeschilderung kein Informationsgewinn erreicht worden. Folglich habe er auf eigenes Risiko gehandelt, als er seinen Wagen an der Hausfront parkte. (OLG Düsseldorf, 10 U 18/13)
Quelle: IVD West/ Redaktionsbüro Wolfgang Büser

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