Wohnungskündigung: War der Vorvermieter großzügig, muss es sein Nachfolger nicht mehr sein

Hat ein Vermieter, der an sich berechtigt war, die Überweisungen der Mieten jeweils bis zum 3. des Monats registrieren zu können, darüber großzügig hinweg gesehen und über längere Zeit auch Eingänge zur Monatsmitte unbeanstandet gelassen, so muss das nicht für einen Nachfolge-Vermieter gelten. Legt dieser Wert darauf, die Zahlungen jeweils dem Mietvertrag entsprechend zu bekommen, so kann er seinen Mieter daran „erinnern“ – zunächst durch Mahnungen und hernach durch die Androhung der Wohnungskündigung. Besinnt sich der Mieter dann immer noch nicht und pocht er auf ein Gewohnheitsrecht, so kann das gefährlich für ihn werden. Denn das Amtsgericht Berlin-Tempelhof-Kreuzberg hat in einem solchen Fall die Kündigung des Vermieters bestätigt. Der frühere Verzicht auf die pünktlichen Mieteingänge bedeute keine Änderung der Fälligkeitsvereinbarung. (AmG Tempelhof-Kreuzberg, 9 C 79/15)
Quelle: IVD West/ Redaktionsbüro Wolfgang Büser

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